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ARZNEITEES

Es gibt eine Reihe von Gründen, die dafür sprechen, dass man eine leichte Erkrankung mit einem pflanzlichen Arzneimittel behandelt, insbesondere mit einem Tee. In vielen Fällen lässt sich auch die Behandlung mit einem synthetischen Arzneimittel durch einen Arzneitee ergänzen. Grundlage sind hierbei getrocknete und zerschnittene Pflanzenteile, die der Apotheker, anders als der Laie, als "Drogen" bezeichnet. Kamillenblüten sind also für uns eine Droge. Drogen werden mit deutschen und lateinischen Namen benannt. Diese Namen setzen sich zusammen aus der Bezeichnung der Pflanze und dem Wort für den verwendeten Pflanzenteil. Wenn Sie sich den Tee selbst kaufen oder vom Apotheker mischen lassen, dann finden Sie die Bestandteile in deutscher Sprache auf dem Behältnis. Erhalten Sie den Tee aufgrund einer ärztlichen Verordnung, werden die Bestandteile in lateinischer Sprache angegeben. Sie erhalten den Tee in der Apotheke normalerweise in einer Papiertüte. Darin sollten Sie den Tee nicht auf Dauer lagern. Geben Sie ihn zu Hause in ein Behältnis aus braunem Glas oder in eine dicht schließende Metalldose. Ungeeignet sind Gefäße aus Holz oder Kunststoff, die die Duftstoffe adsorbieren können. Neben Tees, die aus getrockneten Pflanzenteilen bestehen, gibt es tassenfertige Tees, die nur mit heißem Wasser überbrüht werden müssen. Hergestellt werden solche tassenfertigen Pulvertees, indem den Arzneipflanzen mit einem Lösemittel - normalerweise Alkohol - die wirksamen Bestandteile entzogen werden. Man filtriert ab, lässt das Lösemittel verdunsten und erhält so einen Auszug, einen Extrakt. Extrakte ziehen Feuchtigkeit aus der Umgebung an. Deshalb sollte man einen tassenfertigen Tee nur in einem kühlen, trockenen Raum lagern, und zwar im dicht verschlossenen Originalbehältnis, damit er nicht verklumpt.

Wie werden Arzneitees zubereitet?
Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten, einen Arzneitee zuzubereiten, die der Experte als Aufguss, Abkochung oder Kaltauszug (Mazerat) bezeichnet.
AUFGÜSSE stellt man her aus Blättern, Blüten, gestoßenen Früchten und Kräutern, weil aus diesen Pflanzenteilen die Wirkstoffe leicht zu gewinnen sind.
Dazu wird die vorgeschriebene Menge der Droge (meistens 1 Teelöffel oder 5 g) mit der vorgeschriebenen Menge an kochendem Wasser (meistens 150 bis 200 ml oder eine große Tasse) übergossen. Man lässt sie die vorgeschriebene Zeit (meist zehn Minuten) ziehen und seiht dann ab. Bei Tees, die Duftstoffe, sogenannte ätherische Öle, enthalten, lässt man zugedeckt ziehen, damit das Aroma im Tee bleibt.
ABKOCHUNGEN werden aus Pflanzenteilen hergestellt, die die wirksamen Bestandteile nicht so leicht freisetzen, wie zum Beispiel aus Hölzern, Rinden oder Wurzeln.
Hier wird die erforderliche Menge (meistens 5 g oder ein Teelöffel) der Teedroge mit der vorgeschriebenen Menge an Wasser (meistens 150 bis 200 ml oder eine große Tasse) kalt angesetzt. Dann wird zum Sieden erhitzt. Man lässt die Mischung für 5 bis 10 Minuten kochen und seiht dann nach kurzem Stehen ab.
KALTAUSZÜGE werden dann angefertigt, wenn die Inhaltsstoffe die Behandlung mit kochendem Wasser nicht vertragen. Das ist vor allem bei Arzneipflanzen der Fall, die Schleim enthalten. Schleimdrogen verwendet man entweder als Abführmittel (z.B. Leinsamen oder Flohsamen) oder zum Schutz der entzündeten Schleimhäute bei Atemwegsinfekten und Rachenkatarrhen (z.B. Malvenblüten oder Eibischwurzel). Kaltauszüge werden weiterhin hergestellt, wenn man verhindern will, dass unerwünschte Begleitsubstanzen in den Auszug gelangen. So enthält ein Kaltauszug von Bärentraubenblättern (wirksam bei Blaseninfektionen) genauso viel wirksame Bestandteile, aber deutlich weniger magenreizende Gerbstoffe als ein Aufguss der Pflanze, der mit heißem Wasser hergestellt wurde. Kaltauszüge werden mit kaltem Wasser angesetzt und für mehrere Stunden stehen gelassen. Getrunken wird der Auszug entweder kalt oder nach kurzem Erwärmen.

Wenn Sie zur Bekämpfung Ihrer Beschwerden einen Tee verwenden wollen, dann lassen Sie sich von uns beraten. Wir können Ihnen aus drei bis vier wirksamen Bestandteilen eine Teemischung herstellen. Mehr wirksame Bestandteile sollte ein Arzneitee nach modernen Erkenntnissen normalerweise nicht enthalten.

Ein Hinweis zum Schluss
Es gibt eine Reihe von Gründen, die dagegen sprechen, dass man Arzneipflanzen selbst sammelt. Erstens gibt es bei vielen Pflanzen die Möglichkeit der Verwechslung mit ähnlichen, sehr nahe verwandten Arten, die keine Wirksamkeit besitzen oder sogar giftig sind. Zweitens haben Sie keine Kontrolle, wie reich die gesammelten Pflanzen an den wertgebenden Inhaltsstoffen sind, während in der Apotheke vorrätig gehaltene Arzneipflanzen mit modernsten Methoden überprüft werden. Schließlich sollten Sie an den Schutz der Natur denken, denn viele Arzneipflanzen sind selten und deshalb auch geschützt. Die Arzneidrogen, die wir in der Apotheke vorrätig halten, müssen strengsten Qualitätsansprüchen genügen und den größtmöglichen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen besitzen. Deshalb reichen oft auch geringere Mengen für einen Teeaufguss, was für Sie eine Einsparung bedeutet. Die Arzneipflanzen stammen außerdem aus kontrolliertem Anbau und sind daher arm an Schadstoffen.

 

 
 
 
 
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